Ablefy auf einen Blick
| Plattform | Ablefy (ehemals Elopage) |
| Gründer | Özkan Akkilic |
| Herkunft | Deutschland (Berlin) |
| Preis ab | 49 EUR/Monat (Essential) |
| Kostenloser Plan | Ja (eingeschränkte Funktionen) |
| DSGVO | Konform (deutsches Unternehmen, EU-Server) |
| Zahlungsabwicklung | Integriert (kein externer Anbieter nötig) |
| Transaktionsgebühren | Reseller: 7,5 % + 0,50 EUR / Self-Sell: 3,9 % + 0,25 EUR |
| Reseller-Modell | Ja – Ablefy übernimmt Rechnungsstellung + USt. |
| Am besten für | Kursersteller, die EU-weit verkaufen und keine Buchhaltungskopfschmerzen wollen |
Was ist Ablefy?
Ablefy – bis 2024 als Elopage bekannt – ist eine deutsche Verkaufsplattform für digitale Produkte, die 2015 von Özkan Akkilic in Berlin gegründet wurde. Nach fast einem Jahrzehnt unter dem Namen Elopage folgte 2024 das Rebranding zu Ablefy. An der Plattform selbst hat sich durch die Umbenennung nichts geändert: Alle Funktionen, Verträge und bestehende Konten blieben identisch.
Was Ablefy von den meisten anderen Kursplattformen unterscheidet, ist der Ansatz: Ablefy ist nicht nur eine Plattform zum Hosten von Online-Kursen, sondern eine komplette Verkaufs- und Zahlungsinfrastruktur. Das Kernstück ist das sogenannte Reseller-Modell, bei dem Ablefy als offizieller Verkäufer deiner Produkte auftritt. Das bedeutet: Ablefy stellt die Rechnungen an deine Kunden, kümmert sich um die Umsatzsteuer in allen EU-Ländern und führt sie ab. Du erhältst deine Einnahmen als Auszahlung – ohne dich selbst um die steuerlichen Pflichten im EU-Ausland kümmern zu müssen.
Dieser Ansatz löst ein reales Problem: Wer digitale Produkte an Privatkunden in der EU verkauft, muss seit der OSS-Regelung (One-Stop-Shop) die Umsatzsteuer im Land des Käufersitz abführen. Das bedeutet unterschiedliche Steuersätze, Meldepflichten und bürokratischen Aufwand. Mit dem Reseller-Modell von Ablefy fällt das komplett weg – ein enormer Vorteil für Einzelunternehmer und kleine Teams.
Für wen eignet sich Ablefy?
Ablefy ist nicht für jeden die richtige Wahl. Hier sind die Szenarien, in denen Ablefy seine Stärken ausspielt.
EU-weiter Verkauf ohne Steuer-Stress
Du verkaufst Online-Kurse, E-Books oder Downloads an Privatkunden in verschiedenen EU-Ländern und willst dich nicht mit unterschiedlichen Umsatzsteuersätzen, OSS-Meldungen und ausländischen Finanzämtern herumschlagen. Das Reseller-Modell von Ablefy nimmt dir das komplett ab.
Alles aus einer Hand
Du willst nicht drei verschiedene Tools für Kurse, Zahlungen und Rechnungen jonglieren. Bei Ablefy hast du Produkterstellung, Zahlungsabwicklung, Rechnungsstellung und Auslieferung in einer einzigen Plattform. Kein Digistore24, kein Stripe, kein separates Rechnungstool.
Mehr als nur Online-Kurse
Du verkaufst nicht nur Kurse, sondern auch digitale Downloads, Mitgliedschaften, Event-Tickets, Coaching-Sessions oder sogar physische Produkte. Ablefy unterstützt all diese Produkttypen in einer Plattform – ideal, wenn du ein breites Produktportfolio hast.
DSGVO ohne Wenn und Aber
Du willst eine Plattform, bei der DSGVO-Konformität nicht nur versprochen, sondern durch den Firmensitz in Berlin und EU-Server garantiert ist. Im Reseller-Modell ist Ablefy sogar der Vertragspartner deiner Kunden – das vereinfacht deine datenschutzrechtlichen Pflichten zusätzlich.
Ablefy Funktionen im Detail
Was kann Ablefy konkret? Hier gehen wir die wichtigsten Funktionen einzeln durch.
Reseller-Modell: Das Alleinstellungsmerkmal
Das Reseller-Modell ist der wichtigste Grund, warum viele Kursersteller Ablefy wählen. Im Reseller-Modus tritt Ablefy gegenüber deinen Kunden als Verkäufer auf. Das heißt: Ablefy stellt die Rechnung, berechnet die korrekte Umsatzsteuer je nach Land des Käufers und führt sie ab. Du erhältst deine Einnahmen als Netto-Auszahlung.
Warum ist das wichtig? Seit der Einführung der EU-weiten OSS-Regelung muss jeder, der digitale Produkte an Privatkunden in anderen EU-Ländern verkauft, die Umsatzsteuer im jeweiligen Land des Käufers abführen. Das bedeutet: 27 verschiedene Steuersätze, regelmäßige Meldungen und bürokratischer Aufwand. Das Reseller-Modell macht all das überflüssig. Alternativ gibt es das Self-Sell-Modell mit niedrigeren Gebühren (3,9 % + 0,25 EUR), bei dem du selbst als Verkäufer auftrittst.
Kursbuilder: Online-Kurse erstellen
Der Kursbuilder von Ablefy ermöglicht dir, strukturierte Online-Kurse mit Modulen und Lektionen zu erstellen. Du kannst Videos, Texte, Downloads und Quizze in deine Lektionen einbauen. Drip-Content (zeitgesteuerte Freischaltung) ist ebenfalls möglich, sodass du Inhalte Woche für Woche freigeben kannst. Die Oberfläche ist funktional, aber nicht ganz so intuitiv wie bei reinen Kursplattformen wie Coachy – dafür bekommst du deutlich mehr Möglichkeiten.
Produkttypen: Weit mehr als Kurse
Ablefy unterstützt eine beeindruckende Bandbreite an Produkttypen:
- Online-Kurse – Strukturierte Kurse mit Modulen, Lektionen und Zertifikaten.
- Digitale Downloads – E-Books, PDFs, Templates, Software, Audio-Dateien.
- Mitgliedschaften – Wiederkehrende Zahlungen für Membership-Bereiche.
- Event-Tickets – Online- und Offline-Events mit Ticketverkauf.
- Coaching-Sessions – Terminbuchung für 1:1-Sessions direkt über die Plattform.
- Physische Produkte – Versandprodukte mit Adresserfassung.
- Bundles – Mehrere Produkte als Paket verkaufen.
Payment: Integrierte Zahlungsabwicklung
Im Gegensatz zu Coachy oder Memberspot brauchst du bei Ablefy keinen externen Zahlungsanbieter. Die Zahlungsabwicklung ist direkt in die Plattform integriert. Deine Kunden können per Kreditkarte, PayPal, Lastschrift (SEPA), Sofortüberweisung und weiteren Methoden bezahlen. Ratenzahlung und Abonnements sind ebenfalls möglich. Die Auszahlung deiner Einnahmen erfolgt regelmäßig auf dein Bankkonto.
Checkout-Builder: Verkaufsseiten gestalten
Ablefy bietet einen integrierten Checkout-Builder, mit dem du deine Verkaufsseiten und Bezahlseiten gestalten kannst. Du kannst Order-Bumps (Zusatzprodukte im Checkout) und Upsells einbauen, um den durchschnittlichen Bestellwert zu erhöhen. Die Checkout-Seiten sind mobiloptimiert und lassen sich an dein Branding anpassen. Wer bereits Erfahrung mit Verkaufsseiten hat, wird die Möglichkeiten schätzen.
Affiliate-System: Partner werben lassen
Ablefy hat ein integriertes Affiliate-System. Du kannst Partner einladen, die deine Produkte bewerben und bei jedem Verkauf eine Provision erhalten. Du legst die Provisionshöhe selbst fest, erhältst Tracking-Links und siehst in einem Dashboard, welche Affiliates wie viel Umsatz generieren. Das ist ein grosser Vorteil gegenüber Plattformen, die kein eigenes Affiliate-System mitbringen.
E-Mail-Marketing: Grundfunktionen integriert
Ablefy bietet grundlegende E-Mail-Marketing-Funktionen direkt in der Plattform. Du kannst automatisierte E-Mails bei Kauf, Stornierung oder Kursfortschritt versenden. Für umfangreiche Newsletter-Kampagnen und komplexe Automatisierungen wirst du trotzdem ein dediziertes E-Mail-Tool wie ActiveCampaign oder Brevo brauchen – aber für die Basis-Kommunikation reicht es aus.
Integrationen
Ablefy lässt sich mit einer Reihe externer Tools verbinden:
- Zapier – Verbindet Ablefy mit hunderten weiteren Tools (CRM, E-Mail, Tabellen etc.).
- ActiveCampaign – Direkte Integration für E-Mail-Marketing und Automation.
- Mailchimp – Newsletter-Integration.
- Zoom – Für Live-Webinare und Coaching-Sessions.
- Webhooks / API – Für individuelle Anbindungen an eigene Systeme.
Ablefy Preise 2026
Alle Pläne mit Transaktionsgebühren (Reseller oder Self-Sell). Die Preise beziehen sich auf monatliche Zahlung, Stand April 2026.
Essential
- Bis zu 3 Produkte
- Reseller- oder Self-Sell-Modell
- Integrierte Zahlungsabwicklung
- Checkout-Builder
- E-Mail-Grundfunktionen
- Transaktionsgebühren je nach Modell
Advanced
- Unbegrenzte Produkte
- Reseller- oder Self-Sell-Modell
- Integrierte Zahlungsabwicklung
- Checkout-Builder + Upsells
- Affiliate-System
- Erweiterte E-Mail-Funktionen
- Transaktionsgebühren je nach Modell
Professional
- Unbegrenzte Produkte
- Alle Advanced-Funktionen
- Prioritäts-Support
- Erweiterte Automatisierungen
- Eigenes Branding / White-Label
- API-Zugang
- Transaktionsgebühren je nach Modell
Ablefy Vorteile und Nachteile
Kein Tool ist perfekt. Hier sind die Stärken und Schwächen von Ablefy aus unserer Erfahrung.
Vorteile
- Reseller-Modell übernimmt Rechnungsstellung und EU-Umsatzsteuer komplett
- Integrierte Zahlungsabwicklung – kein externer Zahlungsanbieter nötig
- DSGVO-konform (deutsches Unternehmen, EU-Server)
- Vielseitige Produkttypen: Kurse, Downloads, Tickets, Coaching, physische Produkte
- Integriertes Affiliate-System
- Checkout-Builder mit Upsells und Order-Bumps
- Kostenloser Einstiegsplan zum Testen
- Deutschsprachiger Support und Wissensdatenbank
Nachteile
- Transaktionsgebühren auf allen Plänen (3,9–7,5 % je nach Modell)
- Höhere Fixkosten als Coachy oder Memberspot (ab 49 EUR/Monat)
- Kursbuilder weniger intuitiv als bei reinen Kursplattformen
- Kein eigenes Video-Hosting – Videos über externe Dienste oder Upload
- Oberfläche kann für Einsteiger überwältigend wirken
- Bei kleinen Umsätzen werden die prozentualen Gebühren spürbar
- Rebranding von Elopage zu Ablefy kann für Verwirrung sorgen
Ablefy vs. Alternativen
Wie schlägt sich Ablefy im Vergleich zu anderen Kursplattformen? Hier die wichtigsten Unterschiede.
Ablefy vs. Coachy
Coachy verfolgt einen völlig anderen Ansatz: Coachy ist eine reine Kursplattform ohne eigene Zahlungsabwicklung, dafür ohne Transaktionsgebühren. Coachy ist günstiger (ab 37 EUR/Monat), einfacher zu bedienen und hat integriertes Video-Hosting. Dafür brauchst du bei Coachy einen externen Zahlungsanbieter wie Digistore24. Fazit: Wer nur Kurse verkauft und im DACH-Raum bleibt, ist mit Coachy günstiger und schneller am Start. Wer EU-weit verkauft und die Steuerabwicklung abgeben will, ist bei Ablefy besser aufgehoben.
Ablefy vs. Systeme.io
Systeme.io ist die Budget-Alternative mit einem vollständig kostenlosen Plan. Systeme.io bietet ebenfalls eine All-in-One-Lösung mit E-Mail-Marketing und Funnel-Builder, hat aber kein Reseller-Modell und keinen deutschen Support. Die Zahlungsabwicklung läuft über Stripe. Für Einsteiger mit kleinem Budget kann Systeme.io der bessere Einstieg sein. Wer allerdings Wert auf ein deutsches Unternehmen und die steuerliche Absicherung des Reseller-Modells legt, kommt an Ablefy nicht vorbei.
Ablefy vs. Spreadmind
Spreadmind positioniert sich als Premium-Lösung für Experten und Akademien. Spreadmind bietet mehr Individualisierung und persönliche Betreuung, ist aber deutlich teurer und weniger transparent bei den Preisen. Ablefy ist die flexiblere und transparentere Wahl mit einem breiteren Funktionsumfang. Spreadmind ist interessant, wenn du eine komplett betreute Lösung mit persönlichem Ansprechpartner suchst.
Ablefy in der Praxis: Unsere Erfahrungen
Der erste Eindruck von Ablefy ist zwiespältig. Einerseits merkt man sofort, dass die Plattform deutlich mehr kann als eine reine Kursplattform: Zahlungsabwicklung, Checkout-Builder, Affiliate-System, verschiedene Produkttypen – alles ist da. Andererseits braucht man dadurch mehr Zeit für die Einrichtung als bei schlankeren Alternativen wie Coachy. Plane für die Ersteinrichtung mindestens einen halben Tag ein, eher einen ganzen.
Das Reseller-Modell funktioniert in der Praxis tadellos. Sobald ein Kunde kauft, stellt Ablefy automatisch eine rechtskonforme Rechnung mit dem korrekten Steuersatz des jeweiligen EU-Landes aus. Du erhältst deine Auszahlung und musst dich um nichts weiter kümmern. Für jeden, der schon einmal versucht hat, OSS-Meldungen selbst zu machen oder einen Steuerberater dafür zu bezahlen, ist das eine echte Erleichterung.
Der Kursbuilder ist solide, aber nicht herausragend. Er erfüllt seinen Zweck und bietet alle wichtigen Funktionen wie Module, Lektionen, Drip-Content und Quizze. Allerdings fühlt er sich nicht so flüssig an wie der Kursbuilder von Coachy oder Memberspot. Wenn du hauptsächlich Video-Kurse erstellst, fehlt dir bei Ablefy das integrierte Video-Hosting – du musst deine Videos über Vimeo, YouTube oder eigene Server einbinden.
Die Checkout-Seiten von Ablefy sind ein echter Pluspunkt. Die Conversion-Raten sind gut, die Seiten laden schnell und die Möglichkeit, Order-Bumps und Upsells direkt einzubauen, ist wertvoll. Wer bisher über Digistore24 verkauft hat, wird die höhere Kontrolle über den Checkout-Prozess schätzen.
Ein Punkt, der uns weniger überzeugt hat: Die Transaktionsgebühren. Bei 7,5 % im Reseller-Modell plus der monatlichen Gebühr kann es für Einsteiger mit wenigen Verkäufen teuer werden. Bei einem Kurs für 200 EUR bleiben nach Abzug der Reseller-Gebühr (15,50 EUR) nur 184,50 EUR übrig – dazu kommt die monatliche Gebühr. Das rechnet sich erst, wenn du regelmäßig verkaufst. Fairerweise muss man aber sagen: Die Alternative wäre, selbst die Umsatzsteuer in jedem EU-Land abzufuehren – und das kostet auch Geld und vor allem Zeit.